Wald ist Leben

von Götz Heeschen

Wald ist Leben !

Herzlich willkommen bei 

Wald ist Leben!

Schön, dass Sie den Weg zu mir gefunden haben! Auf den folgenden Seiten stelle ich Ihnen alles rund um "Natur, Wald und Heimat unseres schönen Landes Schleswig-Holstein" vor. 

Lassen Sie sich ein wenig ablenken ... in dieser traurigen Zeit! Nach 77 Jahren Frieden holen uns alte Verhaltensmuster wieder ein. Wir glaubten, sie überwunden zu haben ... 

Hier erfahren Sie mehr über unsere Wälder! Sie weisen uns den Weg in die Zukunft! Entdecken Sie die geheime Welt der Wälder, entdecken Sie Schleswig-Holsteins Wälder ! 

"Wälder sind das Leben eines Landes !"

Schon vor rund 4000 Jahren hielten die Babylonier diese Erkenntnis auf ihren Steintafeln festIst es nicht seltsam, wenn wir heute über uns und unsere Geschichte nachdenken?  Heute wird uns bewusst, dass wir alles aufs Spiel setzen, wenn wir so weiter machen. Wie nie zuvor, lässt uns die Corona-Krise erkennen, dass wir alle voneinander abhängig sind.  Sie zwingt uns, Verantwortung zu übernehmen, nach neuen Lösungen zu suchen und gemeinsam im vertraulichen Miteinander zu handeln. 

Den Klimawandel stoppen !

Die größte Geißel der Menschheit, ist nicht die Abholzung der Wälder, die seit der Antike in Südeuropa, in Vorderasien und in Afrika stattfand. Es ist die ungehinderte Beweidung über Jahrtausende! Denn die Wälder hatten keine Chance, wieder zu kommen. 

Wie hier in den Hochlagen der Pyrenäen wurden die nachwachsenden Bäume immer wieder abgefressen. Würde man die Weidetiere wie bei uns auf eingezäunten Feldern halten, würde der Wald über die Pioniergehölze immer wieder von allein kommen! 

Sind die Gebiete versteppt, kann die natürliche Waldbildung sogar mit Einbringen von Humus-Nestern und Pioniergehölzen eingeleitet werden! Erscheinen die ersten Bäume, wird sich das Klima ändern: Es wird kühler und feuchter!

Wald ist Leben !

Neue Untersuchungen bestätigen, vor allem unsere alten Buchenwälder weisen eine unglaubliche Artenfülle auf! Nachgewiesen wurden nahezu 1000 Pilzarten, 800 Holzkäferarten, 400 Flechtenarten, 240 Kräuterarten und 100 Gehölzarten. Im Lande gibt es noch alte Laubwälder, die mit ihren Arten bis in die Zeit der Wiederbewaldung nach der Eiszeit zurückreichen. 

Wie könnte es schöner sein !


Unsere Waldblumen zeigen auf, wie alt ein Wald ist!

Erst in den letzten Jahren wurden die erstaunlichen Zusammenhänge deutlich: Arten wie Buschwindröschen, Goldnessel und Perlgras kennzeichnen mit ihrer Verbreitung Wälder, die bis in das Mittelalter zurückreichen.

Unsere Wälder in Schleswig-Holstein müssen aber noch viel älter sein, da unser Land im frühen Mittelalter nach alten Quellen noch ein reines Waldland war und später erst besiedelt wurde.

Antworten hierzu gibt die Pollenanalyse: Die männlichen Samen-körner sind winzig klein, aber von Art zu Art sehr unterschiedlich. Sie blieben im feuchten Boden mehrere 1000 Jahren erhalten. Analysiert man das Alter der Ablagerungen, gewinnt man Erkenntnisse zum Vorkommen der Arten jener Zeiten. Mit ihrer Verbreitung geben sie ein spannendes Bild der Geschichte des Landes und seiner Wälder. 

Wälder schützen unser Klima !

Wälder saugen den Regen wie ein Schwamm auf und geben die Feuchtigkeit übers Jahr verteilt wieder ab. Sie speisen Bäche und das Grundwasser. Sie tragen mit der Verdunstung die Feuchtigkeit von den Küsten weit ins Land. Mit ihrem Wachstum nehmen sie große Mengen Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff frei. Dies ermöglicht Lebewesen zu atmen und sich zu ernähren, die wiederum Kohlendioxid frei geben. 

Totholz schafft neues Leben !

Totholz spielt eine Schlüsselrolle! Aus Totholz wird Humus. Der Humus bindet in gigantischem Umfang Nährstoffe, Feuchtigkeit und Kohlendioxid. Der Humus lässt Bakterien und Pilze wachsen, die wiederum die Bäume mit Wasser und Nährstoffen versorgen. So kommen die Bäume ohne Dünger aus, speichern Feuchtigkeit und überdauern Trockenzeiten. 

Ähnliches gilt auch für die Landwirtschaft: Würden alle Böden im Zuge der biologischen Landwirtschaft mit genügend Humus angereichert werden, könnten große Mengen Kohlendioxid, welche wir in Deutschland freisetzen, kompensiert werden. Trockenzeiten und Starkregen könnten so viel besser ausgeglichen werden.

Seine Geschichte ist unsere Geschichte !

Bis ins frühe Mittelalter war Schleswig-Holstein dicht bewaldet. Erst mit der Besiedlung im späten Mittelalter wurden die Wälder durch die bäuerliche Nutzung immer weiter zurückgedrängt. Der Adel legte Gutshöfe an und verlangte immer höhere Abgaben. Die Gewinnung von Holzkohle und Glas ließ die Wälder im 18.Jahrhundert auf 4 Prozent dahin schwinden. Um der Holznot zu entgehen, folgten große Aufforstungen mit Fichten aus den Mittelgebirgen. Die Nutzung von Steinkohle und Erdöl führte schließlich zur Entlastung der Wälder. Heute macht ihre Verbrennung ihnen wie auch den Menschen immer mehr zu schaffen. Treibhausgase und Klimawandel fordern eine nachhaltige und naturnahe Nutzung aller Ressourcen. Die Wälder mahnen zur Umkehr! 

Alles bio oder was ?

Mit Einführung der Forstwirtschaft Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Wälder in Deutschland nachhaltig genutzt: Es wird nur so viel Holz geschlagen, wie nachwächst. Als Gedankenmodell diente der Altersklassenwald. Dieser wurde über 100 Jahre lang hartnäckig verteidigt, da man insbesondere mit der Fichte hohe Erträge erwartete. Doch diese Erträge blieben Theorie. Nachhaltigkeit allein genügte nicht: Die Wälder verlangten Naturnähe!

Die Abkehr vom Altersklassenwald war eine Revolution! Seit 1992 werden Schleswig-Holsteins Wälder naturnah bewirtschaftet, d. h. ohne Kahlschlag, vorrangig mit heimischen Baumarten und Naturverjüngung, ohne Chemie und ohne Düngung, mit Erhalt von Totholz und Naturwald. Ein Drittel des Zuwachses wird nicht genutzt und kommt als Totholz dem Aufbau von Humus zugute. Dieser kann in großen Mengen Feuchtigkeit und Kohlendioxid aufnehmen und damit das Klima entlasten. Die naturnahe Waldwirtschaft dient auch dem Schutz der Biotope. 

Mit der Reduktion von Schwefel und Schwermetallen in der Atmosphäre konnte dem Waldsterben Einhalt geboten werden. Heute aber machen die Stickoxide dem Wald zunehmend zu schaffen. Mit dem drohenden Klimawandel mahnt er zur notwendigen Umkehr, zu mehr Nachhaltigkeit und Naturnähe für alle Lebensbereiche. 

Klein aber oho !

Schleswig-Holstein ist zwar das waldärmste Bundesland, es hat gerade mal 11 Prozent Wald, dennoch spielen Wälder eine große Rolle:

Sie sind mit 65 Prozent besonders reich an einheimischen Laubbäumen. 30 Prozent der Waldstandorte sind bis in die Nacheiszeit durchgehend Wald geblieben. 

Wälder geben unserem Land die schönsten Kontraste. Menschen suchen sie als Inseln der Ruhe, Geborgenheit und Besinnung auf. Sie schaffen ein ausgeglichenes Klima und sichern damit unsere Lebensgrundlagen. Sie sind ein Zuhause für zahllose Pflanzen und Tiere und Quelle der genetische Artenvielfalt. 


Wald führt zur Besinnung !

In der von Menschenhand gemachten Umwelt entfernen sich  die Menschen immer weiter von der Natur. Sie merken gar nicht, wie sie sich damit vom Leben und vom Miteinander entfernen. Früher oder später muss es zur Krise kommen. Die Corona-Krise offenbart es.  Sie zwingt zur Besinnung, zum verständnisvollen Miteinander!  

Wald macht glücklich !

Der Aufenthalt im Wald lässt uns zu Ruhe kommenEr gibt uns Kraft und wir spüren die frische Waldluft. Die vielen Eindrücke inspirieren uns und wir kommen auf neue Gedanken.  Wir atmen Pflanzenstoffe ein, die unser Immunsystem stärken, wie Terpene, Gerbstoffe der Bäume zur Abwehr von Viren und Bakterien. Wir stärken den Kreislauf, senken den Herzschlag und entspannen den Blutdruck. Das lichte Grün beruhigt unsere Augen, Stresshormone werden abgebaut und Glückshormone freigesetzt.  Im Frühling lässt er uns den Zauber der erwachenden Natur verspüren. Im Sommer verschafft er uns wohltuende Abkühlung und schützt uns vor der harten Sonnenstrahlung. Im Herbst zeigt er uns seine rotbraune Farbenpracht und lässt uns die Vergänglichkeit des Lebens spüren.  Im Winter "spricht" er mit dem Rauschen der Kronen zu uns. Dann gibt er uns Hoffnung auf einen Neuanfang.

Wald macht demütig !

Schon bei Eintritt in den Wald spüren wir, dass hier die Natur das Sagen hat. Wir sind nur kleine Lichter, die andächtig unter den alten Bäumen herumlaufen. Uns ist bewusst, dass wir nur einen Teil der Wirklichkeit erfassen. Die tiefen Zusammenhänge der Natur bleiben uns verborgen. Je weiter wir aber vordringen, desto erstaunlicher ist ihre Welt. Wie unsere Vorfahren so verspüren  wir eine Harmonie im Wald, die über unserem Verständnis liegt. Der Einklang mit der Natur gibt uns das Gefühl der Geborgenheit. Wir erkennen, dass unsere Wohlstandsgesellschaft nur auf tönernen Füßen steht und dass die Zukunft im Einklang mit der Natur  liegt.

Sein Geheimnis !

Wir haben uns so sehr an die Umwelt gewöhnt, dass wir die alltäglichen Wunder gar nicht mehr wahrnehmen. Doch schauen wir genauer hin - verweilen wir im Wald und lauschen! Dann werden uns die geheimen Dinge kund!

Die Natur sorgt für die kleinste Geschöpfe, die anderen zum Leben verhelfen. Diese erfreuen sich am Leben und dienen dem Nächsten in Freude: das alles auf harmonische Weisen, ästhetisch in Vollendung! Dem Menschen bleibt nur das Staunen. 

Was ist das Wesen der Natur? Der Kampf um das Dasein? Der Sieg des Stärkeren? Nein - hier irrt der Mensch! Nicht der Beutegreifer herrscht über die Beutetiere, sondern es sind die Beutetiere, die sein Wohlergehen bestimmen.  Nicht der Stärkere seiner Art überlebt, sondern der sich am besten an seine Umwelt anpasst. Nicht die großen Saurier überlebten den Asteroiden-Einschlag vor 65 Millionen Jahren sondern die kleinen Nagetiere unter der Erde, Vorläufer der Säugetiere. 

Die Natur schreibt auf geheimnisvolle Weise vor, wohin die Reise geht! Sie hat das Sagen - erstaunlich in der Rückschau, ungewiss in der Vorschau! Wer nicht mit ihr ist, den verlässt das Glück!

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